/ Dezember 4, 2019

Das Jahr 2019 neigt sich langsam dem Ende zu und vielleicht fragst auch du dich, was du in diesem Jahr alles hättest machen können, wenn du nur genug Zeit gehabt hättest.  Leider ist die Zeit ein knappes Gut. Doch wie schaffen wir es, unsere Zeit richtig einzuteilen? Um eine Antwort auf diese Frage zu finden, will ich dir drei kurze Geschichte mit auf den Weg geben, die mich zum Nachdenken gebracht und teilweise sehr berührt haben. Leider sind mir die Autoren der Geschichten nicht bekannt. Viel Spaß beim Lesen!

Die Steine im Leben

Eines Tages wurde ein alter Professor der französischen, nationalen Schule für Verwaltung gebeten, für eine Gruppe von etwa 15 Chefs großer nordamerikanischer Unternehmen eine Vorlesung über sinnvolle Zeitplanung zu halten. Dieser Kurs war einer von fünf Stationen ihres eintägigen Lehrgangs. Der Professor hatte daher nur eine Stunde Zeit, sein Wissen zu vermitteln.

Zuerst betrachtete der Professor in aller Ruhe einen nach dem anderen dieser Elitetruppe. Sie waren bereit alles, was der Fachmann ihnen beibringen wollte, gewissenhaft zu notieren. Danach verkündete der Professor: Wir werden ein kleines Experiment durchführen. Er zog einen großen Glaskrug unter seinem Pult hervor und stelle ihn vorsichtig vor sich hin. Danach holte er etwa ein Dutzend Kieselsteine, etwa so groß wie Tennisbälle hervor und legte sie sorgfältig einen nach dem anderen in den großen Krug. Als der Krug bis an den Rand voll war und kein weiterer Kieselstein mehr darin Platz hatte, blicke er langsam auf und frage seine Schüler: „Ist der Krug voll?“ – Und alle antworteten: „Ja!“

Er wartete ein paar Sekunden ab und fragte seine Schüler: „Wirklich?“ Dann verschwand er erneut unter dem Tisch und holte einen mit Kies gefüllten Becher hervor. Sorgfältig verteilte er den Kies über die großen Kieselsteine und rührte dann leicht um. Der Kies verteilte sich zwischen den großen Kieselsteinen bis auf den Boden des Kruges. Der Professor blickte erneut auf und fragte sein Publikum: „Ist der Krug voll?“

Dieses Mal begannen seine schlauen Schüler seine Darbietung zu verstehen. Einer von ihnen antwortete: „Wahrscheinlich nicht.“ „Gut“, antwortete der Professor. Er verschwand wieder unter seinem Pult und diesmal holte er einen Eimer Sand hervor. Vorsichtig kippte er den Sand in den Krug. Der Sand füllte die Räume zwischen den großen Kieselsteinen und dem Kies aus. Wieder frage er: „Ist das Gefäß jetzt voll?“

An dieser Stelle antworteten seine Schüler ohne zu zögern im Chor: „Nein!“ „Gut“, sagte der Professor. Und als hätten seine wunderbaren Schüler nur darauf gewartet, nahm er die Wasserkanne, die unter seinem Pult stand, und füllte den Krug bis an den Rand. Dann blickte er auf und fragte: „Was können wir Wichtiges aus diesem Experiment lernen?“ Der Kühnste unter seinen Schülern – nicht dumm – dachte an das Thema der Vorlesung und antwortete: „Daraus lernen wir, dass selbst wenn wir denken, dass unser Zeitplan schon bis zum Rand voll ist, wenn wir es wirklich wollen immer noch einen Termin oder andere Dinge einschieben können.“

„NEIN“, antwortete der Professor, „darum geht es nicht. Was wir wirklich aus diesem Experiment lernen können ist folgendes: „Wenn man die großen Kieselsteine – also die Dinge, die uns wirklich im Leben wichtig sind; die Dinge, die uns am Herzen liegen – nicht als erstes in den Krug legen, werden sie später niemals alle hineinpassen. Beginnen wir, unseren „Lebens-Krug“ mit Kieselsteinen oder Sand – also den unwichtigen Dingen unseres Lebens zu füllen – ist für die wirklich wichtigen Themen wie z.B. unsere Kinder, unsere Träume, unsere Gesundheit, Zeit, die nur uns allein gehört … nicht mehr genügend Platz vorhanden … „

Es folgte ein Moment des Schweigens. Jedem wurde bewusste, wie sehr der Professor Recht hatte.

Diese kleine Geschichte macht deutlich, wie wichtig es ist, die wirklich wichtigen Dinge im Leben zu erkennen und seine Zeit richtig einzuteilen. Was sind die großen (wichtigen) Kieselsteine deines Lebens? Kennst du deine Steine und hast du diese schon in den Krug gefüllt?

Das Bankkonto

Stelle dir vor, du hast bei einem Wettbewerb folgenden Preis gewonnen: Jeden Morgen, stellt dir die Bank 86.400 Euro auf deinem Bankkonto zur Verfügung. Doch dieses Spiel hat auch Regeln, so wie jedes Spiel bestimmte Regeln hat.

Die erste Regel ist: Alles was du im Laufe des Tages nicht ausgegeben hast, wird dir wieder weggenommen. Du kannst das Geld nicht einfach auf ein anderes Konto überweisen, du kannst es nur ausgeben. Aber jeden Morgen, wenn du erwachst, eröffnet dir die Bank ein neues Konto mit neuen 86.400 Euro für den kommenden Tag.

Zweite Regel: Die Bank kann das Spiel ohne Vorwarnung beenden, zu jeder Zeit kann sie sagen: Es ist vorbei. Das Spiel ist aus. Sie kann das Konto schließen und du bekommst kein neues mehr.

Was würdest du tun?

Du würdest dir alles kaufen was du möchtest? Nicht nur für dich selbst, auch für alle Menschen die du liebst…vielleicht sogar für Menschen die du nicht kennst, da du das nie alles nur für dich alleine ausgeben könntest…Du würdest versuchen, jeden Cent auszugeben und ihn zu nutzen oder?

Aber eigentlich ist dieses Spiel die Realität:

Jeder von uns hat so eine „magische Bank“…Wir sehen das nur nicht. Die magische Bank ist die Zeit: Jeden Morgen, wenn wir aufwachen, bekommen wir 86.400 Sekunden Leben für den Tag geschenkt und wenn wir am Abend einschlafen, wird uns die übrige Zeit nicht gutgeschrieben. Was wir an diesem Tag nicht gelebt haben, ist verloren, für immer verloren. Gestern ist vergangen. Jeden Morgen beginnt sich das Konto neu zu füllen, aber die Bank kann das Konto jederzeit auflösen, ohne Vorwarnung.

Was machst du also mit deinen täglichen 86.400 Sekunden? Sind sie nicht viel mehr wert als die gleiche Menge in Euro?

Der Fischer und der Geschäftsmann

Ein Fischer – irgendwo am Meer – fährt jeden Tag mit seinem kleinen Fischerboot raus, fängt zwei Fische und kehrt am Mittag wieder zurück zu seiner Familie. Gemeinsam grillen sie die Fische am Strand und verbringen anschließend die Zeit miteinander.

Irgendwann kommt ein Manager, irgendeinen hoher Unternehmer, vorbei und macht im Dorf des Fischers Ferien. Er beobachtet den Fischer für ein paar Tage und wundert sich, warum der Fischer immer nur mit zwei Fischen wieder zurückkommt.

Ganz der Unternehmer, der er ist, geht er irgendwann zum Fischer und fragt diesen, warum er eigentlich immer nur zwei Fische fange und ob dann da draußen denn nicht mehr zu angeln wären.

Die Antwort des Fischers ist, dass es selbstverständlich mehr Fische gäbe, aber dass ja die zwei Fische, die er täglich fange, genug seien für ihn und seine Familie.

Daraufhin schlägt der Unternehmer folgendes vor: „Du könntest doch trotzdem mehr Fische fangen und die übrigen dann einfach verkaufen?“

Der Fischer fragt zurück, was er dann davon hätte, woraufhin der Unternehmer ihm mitteilt: „Dann kannst du mit dem Verkauf der übrigen Fische noch zusätzlich Geld verdienen.“

Der Fischer fragt wieder: „Und was mache ich dann mit dem zusätzlichen Geld?“ – „Du kannst irgendwann vielleicht sogar Mitarbeiter anstellen!“

Erneut wundert sich der Fischer und fragt: „Und was mache ich dann mit den Mitarbeitern?“

„Naja, mit mehr Mitarbeitern kannst du dann noch mehr Fische fangen und diese verkaufen und damit noch mehr Geld verdienen“, antwortet der Manager.

Aber auch hier erkennt der Fischer den Wert noch nicht und fragt wieder: „Und dann?“

„Dann hast du vielleicht irgendwann eine eigene Fabrik, ein wirklich großes Unternehmen, und kannst sehr viel mehr verkaufen und verdienen!“, erwidert der Manager.

„Und was habe ich davon?“ fragt der Fischer wieder. „Tja, irgendwann, dann verdienst du vielleicht so viel Geld, dass du gar nicht mehr arbeiten musst!!! Das wäre doch toll!“, ruft der Manager begeistert aus.

„Und wenn ich dann nicht mehr arbeiten muss, kann ich dann machen, was ich will?“

Hocherfreut, dass der Fischer nun scheinbar verstanden hatte, antwortet der Manager: „Ja, absolut! Du musst nicht mehr arbeiten und kannst tun und lassen, was du willst!“

„Kann ich dann auch jeden Tag mit meinem Boot rausfahren? Zwei Fische für mich und meine Familie fangen? Diese zum Mittagessen grillen? Und den Nachmittag dann mit meiner Frau und den Kindern am Strand verbringen und die Zeit genießen?“

„Ja, all das kannst du dann tun!“ bestätigt der Manager.

Nachdenklich schaut der Fischer ihn an… und antwortet schließlich: „Aber genau das mache ich doch jetzt schon jeden Tag!“

Leider machen wir unser Glück und unsere Zufriedenheit oftmals von äußeren Dingen, wie z.B. Geld, abhängig. Warum richten wir unseren Fokus nicht auf das Hier & Jetzt und nutzen unsere Zeit für die Dinge, die uns bereits heute schon erfüllen – ohne dafür den Umweg über viel Arbeit und viel Geld nehmen zu müssen?

Ich hoffe, ich konnte dich mit diesen drei Geschichten über die Zeit ein bisschen inspirieren und zum Nachdenken anregen. Und denk immer dran: „Es ist nicht zu wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist zu viel Zeit, die wir nicht nutzen.“ (Lucius Annaeus Seneca)